Wer sich im Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen" noch nicht informiert hat, mag anfangs meinen, dass es ein unüberschaubares Thema ist und, dass es mehr Nachteile als Nutzen bringt. Manche meinen sogar, es sei ein Instument der Unterdrückung. Wie kann das sein? Insbesondere auch deswegen, weil Äpfel mit Birnen verglichen werden. Was faktisch ein BGE ist und was nur so tut als ob, aber eben wieder nur eine andere Form der denunzierenden Grundsicherung darstellt, dass wird schnell klar, wenn geklärt wird, ob die vier Aspekte gelten oder nicht, die ein BGE ausmachen:
- einen individuellen Rechtsanspruch darstellt,
- ohne Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt wird,
- keinen Zwang zur Arbeit bedeutet.
Seit Jahren setze ich mich auch für ein BGE ein. 2009 trat ich als parteifreier Kasndidat zur Bundestwagswahl, auch zu diesem Thema an. Von mnachen wurde ich da noch als Spinner erachtet, obwohl mancher schon das Lösungspotential von Mitbestimmung und Grundeinkommen erkannten.
Es zeigt sich eben stets erst im Nachhinein, wer passend lag. 426 WäherInnen haben mir 2009 getraut und mich gewählt. Und ich rechne fest damit, dass wir, die fast 160 Kandidaten, die für das BGE schon 2009 zur Wahl standen, in den kommenden Jahren weitaus mehr Menschen dazu inspiriert haben werden, Menschen wie uns, Visionäre eben, zu wählen. Ganz einfach deswegen, weil sie uns trauen und sich die etablierten Parteien bis dahin selbst als unglaubwürdig aufgeführt haben werden. Es ist eben auch an der Zeit das politische System zu ändern.
Am 20.02.2011 wurde das Thema erstmalig seriös im ZDF behandelt.
Am 18.03.2011 kommt der Film "Kulturimpuls Grundeinkommen" auf 3SAT. - Übrigens freue ich mich, dass ich diesen Film bereits 2010 in das Gütersloher Bambi-Kino bringen konnte. DANKE, dafür! - Am 19. u 20.03.2011 findet in Zürich der Kongress zum Grundeinkommen statt und am 14. u. 15. 10.2011 das nächste internationale Symposium zum Thema BGE, welches von Attac Austria vorbereit wird. Bei beiden bin ich wieder dabei.
"Ist ein BGE überhaupt finanzierbar?" ist keine mehr. Scheinbar wissen jene, die sich mit dem Thema heute befassen bereits, dass es die diversen Rechenmodelle dafür gibt und selbst seriöse Kritiker eingestehen, dass es finanzierbar ist. Die Frage ist eben, wie es finanziert werden soll.
Nur zwei Grundeinkommensmodelle liefern tatsächlich die Möglichkeit dafür, zu unangnehmen Arbeiten, oder ebensolchen Arbeitsbedingungen, "Nein." sagen zu können, weil weniger Angst vor den Konsequenzen vorhanden sein kann.
Gänzlich außen vor läßt Herr Werner den Bereich, der Hauptsächlich ursächlich für die Misere ist, die - ebenfalls fälschlicherweise, da es schlimmer ist als eine Schere. Denn die Differenz klafft eben nicht nur proportional auseinander, sondern extraproportional. Je länger sie offen steht, desto schneller öffnet sie sich weiter. - mit der "Schere zwischen Arm und Reich" bezeichnet wird. Nämlich die Spekulation an den Börsen. Wie kann es sein, dass nur noch 1,25% all des an den Börsen gehandelten Geldes tatsächlich in die Wirtschaft fließt und der Rest nur in Wetten angelegt wird. Also nicht aus der Wirtschaft heraus Gewinne gemacht werden, sondern aus dem Lohndumping und den Wetten auf Gewinn und Verlust und so menschlich kaum noch erträgliche Umstände entstehen. Monetär arme Menschen werden exponential ärmer und monetär reiche Menschen exponentiell reicher. - Logisch, dass dies zu einem Bollwerk des: "Du bist Schuld!" wird und nur noch wenige bemerken, dass wir schon lange keine Solidargesellschaft mehr haben.
Ist meines Erachtens ein bemerkenswertes Modell, da es nicht nur diese Bereich mit einbezieht, sondern eben auch Antworten auf die Renten-Frage, wie auch Fragen zu wichtigen Begrifflichkeiten stellt.
Der Inhalt dessen, zu dem auch der oben beretigestellte Link führt, zeigt auf, dass sich Herr Dilthey sehr tief gehenden Gedanken dazu gemacht hat, was ein BGe bewirken kann.