Vater-Tochter-Beziehung

Heute habe ich einen Termin bei Rolf gehabt. Rolf ist Arzt und wir haben uns anslässlich einer PSYCH-K-Advanced-Ausbildung, also einem Arbeitskresi für Fortgeschrittene PSYCH-K-Nutzer, kennen gelernt.

Und obwohl ich Schulmedizinern meine Gesundheit nicht einfach so anvertraue, habe ich es geschafft Rolf zu vertrauen. Das lag wohl auch wesentlich daran, dass Rolf keine herkömmlicher Schulmediziner ist, sondern ein energetisch arbeitender Arzt.

Und Heute hatten wir also wieder einen Termin, Rolf und ich. Es ging um meine Schulter, die seit Monaten weh tut.

Da ich glaube, dass die Schulter auch mit dem Thema Weiterentwicklung zu tun haben kann, konnte ich eine Überlastung durch das Klettern ausschließen, was ich als Hobby betreibe. Insbesondere auch deswegen, weil ich seit Wochen weniger geklettert bin.

Bei unserem Termin half Rolf mir, dass ich darauf kam, dass hinter den Beschwerden mit meiner Schulter meine Beziehung zu meiner Tochter steckt. Nach dem Motto "die Beziehung schultern", bzw. "sich etwas auf die Schulter packen". Und da wir in der Situation leben, dass Mama und Ziehvater (blödes Wort, oder?) einen gergelten Umgang eher nicht wünschen...

 

Meine Tochter, Ana, wächst bei ihrer Mama, Nadine, und bei ihrem Ziehvater, Olaf, auf. Olaf hatte mich schon vor Jahren darauf angesprochen, dass er meine Tochter - es ist nicht meine Tochter... ...sie gehört wenn überhaupt sich selbst. - Olaf hat mir, Anas leiblichem Vater angeboten, Ana zu adoptieren.

Ich verweigerte diese Adoption, weil ich darüber die einzige Möglichkeit erkannte Kontakt zu Ana halten zu können. 

Ich bemerke aber mit der Zeit, dass ich einen geregelten Kontakt nicht erzwingen kann und dass wir uns seltener sehen, als früher. Es liegt scheinbar im Interesse von Nadine und Olaf, denn oftmals wenn ich von mir aus nachfrage heißt es, dass Ana nicht kann.

 

Rolf fand also Heute heraus, was ich schon lange wußte. Nämlich dass es meine Aufgabe ist, Ana in Liebe los- und sie vertrauensvoll in die Hände von Nadine, Olaf und sich selbst zu geben..

 

Harter Stoff für mich, der wegen seiner Tochter seine Wahlheimat Spanien verlassen hat. Doch da ich seit längerem damit konfrontiert bin und die Meinung vertrete, dass Gerichtsurteile eine Disharmonie eher verstärken, denn eine harmonische Lösung beizubringen, habe ich darauf verichtet über eine Umgangsregelung zwischen uns verhandeln zu lassen.

Statt dessen bin ich für meine Tochter, für Ana meine ich, da.

Wenn sie zu mir möchte, ruft sie mich an und ich melde mich in mehr oder weniger unregelmäßigen Abständen auch bei ihr wenn ein Anruf ihrerseits länger auf sich warten lässt. Beim letzten Mal wartete ich zwei Monate.

Jetzt ist Ana in die Schule gekommen. mit knapp sechs Jahren. Ich war nicht dabei, weil ich bisher stets von solchen Ereignissen ausgeklammert worden bin.

Oalf und Nadine werden ihre Gründe haben und mit Sicherheit meinen sie es gut mit Ana. Haben sie Ana gefragt, ob sie schon jetzt zur Schule gehen möchteß Haben sie Ana gefragt, ob sie lieber in eine Waldorfschule gehen möchte?

Ich weiß es nicht. Seitens Nadine heißt es über die Generationen veteilt, dass ich für Ana unwichtig geworden bin und solche Dinge eindeutig nicht mitzuentscheiden hätte.

 

Loslassen... Konsequentes Loslassen...

 

Bedeutet das, Ana von olaf adoptieren zu lassen. mir ist schwer ums Herz, diese Worte alleine zu schreiben. 

Doch was nutzt es ihr, wenn sie von Olaf gesagt bekommt, dass er mich nicht mag und ich ihr sage, dass ich das verstehen kann und dass es darauf ankommt, ob sie und ich uns mögen und dass ich Olaf mag, so wie er ist?

Bringe ich meine Tochter durch mein stetig wiederkehrendes Erscheinen in Zugzwang? Ich lebe doch nach der Einstellung, dass sich jeder seine Aufgaben ausgesucht hat, bevor er in dieses Leben eintrat, also auch Ana.

Also Ana "frei" geben oder an ihr festhalten? Es ist klar, das was geschieht, ist ihre Aufgabe. Meine ist es liebevoll loszulassen.

 

Adoption... ...klingt schon so Scheiße. Ich bin kein Freund dieser Art Wortwahl, doch gerade ist es nötig.

 

Ab wann kann ein Kind abschätzen, was eine Adoption ist? Wie vermittle ich einem noch keine sechs Jahre altem Mädchen die Adoption und ihre Bedeutung?

Und wie frage ich sie, ob sie adoptiert werden will? Frage ich sie, ob sie so heißen möchte, wie die, mit dene sie aufwächst und die die täglich um sie herum sind? Kann sie überblicken oder zumindest im Nachhinein verstehen, dass die Blutsverwandtschaft bestehn bleibt und das Band, die Liebe, zwischen ihr und mir nur von ihr oder mir nachhaltig verleugnet werden kann? Kann ich ihr vermitteln, dass ich auch als Vater, der sie zur Adoption, nach vorheriger Befragung, "frei" gegeben hat, immer noch der selbe bleibe und für sie da bin und sie liebe?

Das sind nur ein paar Fragen, die mir durch den Kopf gehen...

 

Ich schätze, ich lasse es sinnvoller Weise (schöne Doppelbedeutung "die Art und Weise" und "weise sein") auf mich zukommen. Ich stelle mir vor, dass ich sie beim nächsten Mal darauf anspreche, ob sie den Namen tragen möchte, den ihre  Schwestern auch tragen.

Und ich weiß, dass ich machen kann, was ich will. Sie wird jetzt eine Meinung haben und im Nachhinein auch. ob die jetzige Meinung ihre ist und/oder ihre spätere ist dabei irrelevant. Ich werde sie ihr lassen und ihr meine Sicht der Dinge benennen. Und ich werde für sie da sein, wenn sie nach mir ruft

 

Also schaue ich mir an, was kommt und folge dem, was sich mir mit einer gefühlten Leichtigkeit ergibt. Je mehr Druck ich mache, desto schwerer wird es für alle Beteiligten. Und Loslassen geht nur ganz, oder eben gar nicht.

Meine  Hoffnung ist die, dass Ana "meine" Tochter auch von meinem Geist beseelt ist und dass dieser mich verstehen kann, wenn er es will.

 

Ich liebe meine Tochter Ana sehr. So sehr, dass ich sie nicht weiter ungefragt zwischen zwei Familien aufwachsen lassen möchte. Sie hat die Möglichkeit und bei mir auch das Recht, sich frei von Beeinflussung, für zwei oder für eine Familie entscheiden zu können. Doch kann das ein sechs Jahre junges Mädchen?

Wird sie jetzt vor diese Entscheidung gestellt werden oder erst in ein paar Jahren?

Ich weiß es nicht, hole mir Rat von Menschen ein, die entscheiden, welche Entscheidung ein Kind wann entscheiden können kann und achte auf das, was sich uns ergibt.

Schließlich kann niemand entscheiden, was Ana kann, außer sie selbst. Und ich habe so viel Feingefühl, festzustellen, welche Entschediung wann von ihr gefällt werden kann, so dass sie überscht, was die Entscheidung für sie bedeutet.

 

Adoption, was ist das schon? Für einen Vater, der seine Tochter selten sieht? Für eine Tochter, die ihren Vater selten sieht? Für einen Menschen, der über irdischen Gesetzen steht?

 

Gesetze... Geschaffen von Menschen mit einem begrenzten Auffassungsvermögen für Menschen mit einem begrenzten Auffassungsvermögen.

 

Ana und mich verbindet  unsere Liebe und unser Geist. Keine Adoption kann daran etwas ändern.

 

Ich liebe dich Ana. Von ganzem Herzen. Von Anbeginn der Zeit und bis zu ihrem Ende.

 

 

 

 

 

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