Der Montag war zum Ausruhen da


Guten Morgen,

Für Gestern und Heute hatte ich Info-Stände für die Partei "Grundeinkommen und Volksentscheide" vor dem Arbeitsamt in Gütersloh geplant. Seit Wochen freute ich mich darauf, weil ich mir erhoffte, dank eines Standes an solch einem Ort, viele Unterstützungsunterschriften erhalten zu können.

Samstag und Sonntag war das Wetter super. Um so verwunderter war ich, als ich Gestern Morgen aus dem Fenster sah. Regen. - Und nun? wir haben keinen Unterstand für unseren Info-Tisch.

Der Info-Stand fiel nicht ins Wasser, fiel aber auf Grund von fallendem Wasser aus. Ich erlebte mich misslaunt.

Ok. Das ist nun einmal so. Und was mache ich nun? Mir fiel nichts Bewegendes ein, was dazu führte, mich wohlgestimmt wahrzunehmen.

Ich las die eingegangenen Mails durch und beantwortete sie. Außerdem schrieb ich noch den Tagebucheintrag auf meiner Homepage und aktualiserte das Zitat.


Und nun? - Kennst du das auch? In mir fragte immer Mal wieder eine Stimme nach Arbeit. Und als ich ihr Gestern keine gab, sank meine Laune.


Und da ich noch immer etwas suchte, was ich machen könnte, meinte mein Körper wohl die innere Stimme unterstützen zu müssen. Ich verspürte ein unangenehmes Gefühl im rechten Unterbauch, das sich zur Übelkeit hin ausbreitete.

Da mein Gefühl für mich der Indikator ist, an dem ich erkenne, ob ich mit einer Sache, einem Thema maximal hilfreich umgehe, achtete ich endlich darauf und schaltete den PC aus, setzte mich auf das Sofa, nahm eine kuschelige Decke und begann Sudokos zu lösen.

Mein Gefühl veränderte sich. Nach dem dritten oder vierten Sudoko wurde ich müde. Also legte ich das Sudoko zur Seite und kuschelte mich unter meine Decke. Brrrrr. Kalte Füße. Und das mir. Kopf unter die Decke und... ...weg war ich. Ich schlief ein.

Das mache ich öfter. Schlafen am hellen Tag, meine ich. Jedes Tier macht das. Nur wir Menschen scheinen in als Gesellschaft zu glauben, dass der Tag für die Arbeit und die Freizeitgestaltung ist und die Nacht zum Schlafen gedacht. Nur bei kleinen Kindern sehen wir das anders.

Bei mir funktioniert das anders. Wenn ich müde bin, lege ich mich hin und schlafe. Auch stundenlang, wenn mir danach ist.

Um vierzehn Uhr wurde ich durch das Klingeln des Telefones wach und ging, noch ein wenig neben der Spur, ans Telefon. Unser Telefon klingelt vier Mal, bevor sich der Anrufbeantorter einschaltet.

Nach dem dritten Klingeln war ich am Telefon, erkannte, dass es meine Freundin ist und nahm das Telefon von der Basisstation. - Ich lasse es auch gerne weiter klingeln, wenn ich keine Lust habe mich mit dem zu unterhalten, der anruft. Ich bin da frei von meinem Telefon.

Das Telefon am Ohr meldete ich mich und hörte nix. - Autsch! Doch. Es klingelte nochmal. Klar, die steckdose ist aus geschaltet gewesen und dann schaltet sich der Hörer nicht automatisch an, wenn ich ihn von der Basissstation nehme.

Also anschalten und Beate sagen, dass ich zum AB gehe, um ihn auszuschalten. Währenddessen schaltet der sich für gewöhnlich ein und meine Stimme quakt noch mal los. Für Anrufer, die das nicht kennen, eine verwirrende Situation: Erst melde ich mich und sage sofort "Moment, der Anruf.." und dann schaltet er sich auch schon ein und ich melde mich so zu sagen noch einmal.

Auf jeden Fall sagte mir Beate nach dem Ausschalten des AB, dass sie Heute keine Lust hätte länger zu Arbeiten und, dass sie also gleich nach Hause käme. Schön!

Als sie kam, löste ich wieder ein Sudoko. Wir besprachen kurz, wie es uns ergangen war und dass es schön sei, dass wir nun gemeinsam zu Hause sind und dann ging Beate, um zu saugen und zu spülen, während ich weiter Sudoko löste.


Beate ist eine von den Frauen, die scheinbar frei von äußerem Druck gerne sauber macht. Also ist sie keine Frau von der Sorte, "Wie sieht es denn hier aus und was mögen andere nur denken, wenn sie das sehen?", sondern eine Frau, die denkt "Oh, schön! Da kann ich Ordnung schaffen."

Früher gab es keine Frau in meinem Leben, die einen größeren Hang zur Ordnung oder Sauberkeit hatte, als ich. Später wurde ich mir, dank einer Freundin bewusst, dass ich das Aufräumen dafür nutzte, um von meinem inneren Durcheinander, dem gedanklichen Chaos in mir, abzulenken.

Immer dann, wenn ich unzufrieden war, begann ich aufzuräumen. Je unzufriedener ich war, um so gründlicher machte ich sauber.

Vor Jahren konntest du bei mir vom Boden essen, weil er so sauber war.

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