Moin, moin!

 

Gestern habe ich das Thema, denke ich, schon angeschnitten. Es geht darum, ob es Sinn macht vermehrt darauf zu achten, was gesagt oder geschrieben wurde, oder ob weiterhin lieber der eigenen Interpretation des Gesagten oder Geschriebenen gefolgt wird, bzw. ob es eine Möglichkeit gibt, dieses Thema eindeutiger zu behandeln.

 

Was bedeutet in diesem Sinn "eigenen"?

 

Ich unterscheide in zwei Arten der Interpretation.

 

Da ist zum einen die Art, mit der ich lediglich auf die Worte eingehe. Das nenne ich die Interpretation mit dem Sinn.

 

Und für mich gibt es auch noch die Interpretation, die ich darüber hinaus, oft unbewusst, machen kann, nämlich der Abgleich der Worte mit meinen Gefühlen und meiner Erfahrung und die daraufhin stattfindende Interpretation, also die Interpretation mit mir selbst.

 

Früher habe ich wesentlich öfter nicht auf die Worte reagiert, sonden sie direkt mit mir, meinen Gefühlen und Erfahrungen interpretiert. 

 

Heute erlebe ich, dass diese Vorgehensweise einen Austausch unnötig erschwert, weil nicht über das Thema gesprochen oder geschrieben wird, sondern um die eigene Interpretation.

 

Ganz einfach aufzulösen ist das, indem hinterfragt wird.

 

Schreibe ich: "Toll, dass dieser Mann den anderen geschlagen hat.", ist es möglich zu erkennen, dass ich exakt diese Situation meine.

 

Subjektiv, also mit einer Reflektion des Lesers zu seinen Erfahrungen und Einstellungen, kann das aber auch dazu führen, dass der Leser meint, ich fände es gut, wenn Menschen sich schlagen.

 

Wer also nun nachfragt, was er versteht, bevor er dartauf eingeht, kann erleben, dass sich Mißverständnisse bereits im Ansatz auflösen:

 

"Findest du es gut, wenn Menschnen schlagen?" kann dazu führen, dass ich antworte:

 

"Vom Prinzip her empfinde ich eine achtsame Art hilfreicher. Doch in diesem Fall konnte durch einen Schlag ein anderer daran gehindert werden, einen Dritten zu erschießen, in dem eine achtsamere Art nicht zu diesem Ergebnis geführt hätte."

 

Dann kann sich hierüber ein Dialog aufbauen, der dazu führt, dass beide Teilnehmer erkennen, Dass es mir nicht darum geht, dass ich Schlagen prinzipiell gut heiße, sondern es vielmehr auch als hilfreioch anseh, weniger Gewaltauszudrücken.

 

Bei der oft genutzen Form der Antwort, bei der nicht hinterfragt, sondern sofort reagiert wird, kann es zu vermeidbaren mißverständnissen kommen. Z.B. so:

 

"Ich finde Schlagen absolut nicht in Ordnung. Du spinnst wohl, so etwas zu  schreiben."

 

Auf das reagieren, was gemeint ist, fällt ungeübeten Menschen mitunter weniger leicht oder sogar schwer. Aber wer sich angewöhnt, dass was er darin sieht zu erfragen, erlebt, dass sein Leben wesentlich einfacher wird.

 

Liebe Grüße

Axel

 

 

 

 

 

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