Guten Morgen,
Gestern und Heute erlebe ich das bei einem Freund von mir. Und bei mir selbst.
Er ist, was das Wissen angeht, auf dem Stand, dass das Gesetz der Anziehung (Kernaussage: "Gleiches zieht Gleiches an.") existiert. Er weiß auch, dass es immer abläuft, dass es also bei allem gilt. Er hat es als Naturgesetz anerkannt, denke ich.
Und im Alltag integriert er es auch immer wieder. Ich erlebe dass manchmal, wenn wir miteinander telefonieren. Ich fühle mich während solcher Telefonate wie berauscht. Alles ist dann im Fluss, alles ist stimmig. Und das erschafft in mir das absolutes Wohlgefühl.
Nun habe ich auch schon des öfteren erlebt, dass er in seine alten Muster zurückfällt. Dann reagiert die Angst, dass Mißtrauen, die Vorstellung, dass alles "so und so" zu laufen hat. Und läuft es nicht so, befürchtet er, z.B., dass sein Geld am Ende des Monats nicht reichen könnte, um seine Rechnungen zu bezahlen. Er denkt, das konditionierte Handeln ändert daran etwas, obwohl wir alle gerade erleben, dass es nicht stimmt.
Und er richtet sich, wie immer, wenn ein Mensch im Unwohlsein ist, völig anders aus. Er ist ein sehr sensibler, ein feinfühliger Mensch. Und da, wo er das Gefühl des Vertrauens und des "alles ist gut" fühlen könnte, fühlt er jetzt Widerstände, Sorge, Angst.
Das ist absolut natürlich. Denn sowohl Hoffnungsvolles als auch Sorgenvolles wird in allem immer zeitgleich zum Ausdruck gebracht. Die Reaktion ist stets eine Handlung der Angst oder der Hoffnung, wie ihre Ursache stets Hoffnung oder Angst ist.
Ob etwas aus dem einen oder dem anderen heraus wahrgenommen wird, ist eine Sache der neutralen Haltung des Beobachters und eine Sache der Intuition des Handelnden. Wie "ticken" beide?
Freundschaft auf allen Ebenen zu leben ist eine Sache, die ich als wichtig erachte. Sie geht weit über das Mass dessen hinaus, nur da freundschaftlich zu handeln, wo ich mich wohl fühle und wo ich es für angemessen halte.
Nehmen wir die aktuelle so genannte "Finanzkrise":
Hier haben ursprünglich Menschen in Freundschaft gehandelt und Geld verliehen. - Natürlich kann das auch als reiner Geschäftsakt gesehen werden, doch nichts ist einfach nur separiert für sich, bzw. das, was ich "nur" und subjektiv, darin wahrnehmen will. - Vielleicht ist es auch ein freundlicher Akt, doch macht das für mich hier erstmal keinen Unterschied, da beide Begriffe dem Wortstamm "Freund" gemein haben.
Auf der anderen Seite ist jemand, der das Geld / die Möglichkeit annahm und froh darüber wahr, es zu bekommen. Er hat aus einer freundschaftlichen Haltung heraus einen Vertrag unterschrieben oder ist einen mündlichen Vertrag eingegangen und hat stets gezahlt, oder auch nicht gezahlt, wie er meint, dass es vereinbart worden ist. Meißt also in der Form, wie es schriftlich fixiert wurde. Aber eben auch so, wie er es, aus seiner freundschaftlichen Haltung heraus, im Bewusstsein trägt.
Und dann konnte er es in diesem Beispiel auf einmal nicht mehr. Also bezahlen. - Es ist unerheblich, ob es faktisch so ist, erheblich ist, dass es der Empfänger so wahr nimm.
Da nun beide Seiten sich unbewusst dazu entschlossen hatten, Freundschaft, zumindest aber die Geschäftsbeziehung, am regelmäßigen Zahlungseingang festzumachen, sah der eine, evtl. sahen beide, die Freundschaft/Geschäftsbeziehung als gefährdet an und und zumindest einer von beiden erkennt nun Handlungsbedarf. Hierbei ist Achtsamkeit gefragt, weil die nun folgende Handlug auch oft vom anderen als Richtugnswechsel aufgefasst wird.
Manche reagieren da in Größe und gehen auf den anderen zu und teilen ihm die Lage sofort mit. Andere vermögen diese Größe nicht aufzubringen.
Im letzten Fall wird, absolut im Rahmen der Gesetzmäßigkeiten, dies dem Geschäftspartner freundlich darstellend, aber unfreundliche handelnd, als Mahnung aufgezeigt.
Die Zeiten, in denen scheinbar freundschaftlicher gehandelt wurde und die Mahnung noch "Erinnerung" hieß, sind vorbei, was auch natürlich ist, da auch die Erinnerung eher selten freundschaftlich gemeint war. Aber das ist Nebensache.
Wenn sich nun einer von beiden freundschaftlich verhalten hätte und dem anderen in der Form begegnet wäre, dass er ihm sofort mitgeteilt hätte, wie seine Situation und Sicht ausschaut und dies klar und deutlich mitgetielt hätte, wäre das Mahnverfahren evtl. außen vor geblieben.
Da er das aber nicht tat, erntet er, was er gesäht hat. Der Geldgeber handelt auch unfreundschaftlich, in dem er ihm, den im Zahlungsverzug befindlichen, aufzeigt, dass es so nicht geht. Er mahnt.