Guten Morgen!
Gestern habe ich bei einem Verlag angerufen, dem ich mein Buchskript zugesandt habe. Die Dame am Telefon teilte mir mit, dass ein Angebot auf dem Weg zu mir sei...
Yippieh!!!! - Nun bin ich ganz aufgeregt!
Und weil ich mich hinreiße, reiße ich mich auch zwischenzeitlich her:
Ich kenne den Verlag nicht. Ich las eine Anzeige, worin er damit warb, dass er Autoren sucht. Dabei verursachte ich in mir ein angenehmes Gefühl. Gehe ich auf die Homepage habe ich einen angenehmen Eindruck. Lese ich die hauseigene Illustrierte, habe ich dies auch.
Bin ich für mich, kommen auch manchmal die zweifelnden Gedanken: "Na, ob das auch ein Verlag ist, wie du ihn dir vorstellst?" oder "Die wollen dein Buch doch sicher auch nur auf deine eigenen Kosten verlegen lassen."
Und so schwimme ich mit der Strömung, die ich "Den Erfolg / Das Leben" nenne und spüre, wie schnell sie fließt. Wie sie das Potential in sich birgt, mich unverletzt über scharfe Steine und Einengungen tragen zu können.
Ja, ich spüre Neere, Schnellen und Wellen. Und wenn ich ruhig bleibe, finde ich auch immer einen Weg, gesund und erquickt durch sie hindurch zu kommen.
Zweifle ich jedoch in einem weniger passenden Moment, als ich es zur Zeit mache, kann es sein, dass ich untergehe. Wie früher so oft.
Das muß nicht das Aus bedeuten. vielmehr bedeutet es seltener das Aus. Sehr oft bedeutet es vielmehr eine Sinnpause. Wasser schlucken, Angst haben, Panik erleben, wild um sich schlagen, sich ohnmächtig ergeben...
...um dann an einer seichteren Stelle oder an einem großen Stein zu landen und wieder zu sich kommen zu können. Um die Ruhe zu finden und zu reflektieren. "Was ist geschehen? Habe ich das mitverursacht? Wie?".
Um dann den Mut zu finden und sich wieder in den Fluss zu wagen und um wieder irgendwann, scheinbar rasend schnell, auf der Welle des Erfolgs zu schwimmen, oder sich (noch?) dahintreiben zu lassen. In einem ruhigen und gemächlichen Tempo. - Es mag durchaus sein, dass nun keine Stromschnellen oder Wasserfälle mehr kommen.
Jeder Fluss ist, denke ich, nur am Anfang reißend, stürzt sich nur Anfangs so richtig in die Tiefe.
Nach und nach wird jeder Fluss, denke ich, ruhiger, sanfter, bis er ein Wasserweg ist, der sein Wasser kraftvoll und erhaben, geradezu majestätisch in einen Ozan spült. Ohne großes Aufsehen. Sogar scheinbar nebensächlich, unbemerkt von denen die nicht achtsam dafür sind.
Und in der Zwischenzeit fühle ich die Stromschnelle mit dem Namen "Zweifel", den riesigen Fels, mitten in der Strömung, den mit dem Namen "Neid" und auch den Engpass namens "Egoismus".
Je nach dem, wie ich mit ihnen umgehe, werde ich mich und meine Projekte als erfolgreich erleben oder im von mir erschaffenen Aufbauszenario (meine Interaktionen mit ihnen, mir selbst und anderen) untergehen. So oder so. Endgültig oder vorübergehend.
Der Strom, den ich Erfolg oder Leben nenne, fließt weiter. Immer. So lange, bis er sich (Weg?) und sein Wasser (Ziel?) dem Meer übrgibt, damit das Wasser wieder irgendwo verdunstet (sterben?), durch den Himmel (Seelenreich?) zum Festland (Erde / Mutterleib?) getragen wird, um als Regen, Hagel, Schnee oder Dunst (Ich / Selbst?) niederkommen zu können (Geburt?), damit die Quelle des Flusses (Gott?) wieder durch sich selbst ("Ich" als ein Teil von Gott?) gespeist wird.
Liebe Grüße
Axel
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