Guten Morgen!
Für mich steht Demut heute dafür, dass ich zum Arbeitsamt gegangen bin, obwohl ich es nicht möchte.
Eine Stimme in mir sagt mir, dass es auch ohne diesen Gang nach Canossa geht. Eine andere Stimme sagt mir, dass ich es mir nicht unnötig schwer machen brauche, es mir also leichter machen und durchaus einen Anspruch prüfen lassen kann.
Das Ego...
...es klingt in mir und sagt mir, dass es nicht sinnvoll ist. Es fragt mich, was ich denn glaube, wie andere denken, wenn sie lesen, dass ich selber Hartz IV beantragt habe. Ob sie dann trotzdem von mir beraten werden möchten? Ob sie mich denn trotzdem als einen kompetenten Menschen betrachten?
Ich weiß natürlich nicht, wie du das siehst. Ich sehe es so, dass jeder seine Aufgaben hat. Meine ist es eben Geld zu erhalten und Bildung möglichst kostengünstig anbieten zu können. Noch scheint das eine Schere zusein, die auseinanderklafft. Doch klafte sie einst noch weiter auseinander...
Ich arbeite viel und gerne. Und in letzter Zeit bemerke ich auch verstärkt, dass dies von meinen Kunden anerkannt und entsprechend honoriert wird. Die Schere ist schon wieder weiter geschlossen.
Worum also geht es? Um mein Ego? Um meinen Ruf? Um meine Reputation? Oder geht es hier schlicht und ergreifend um Demut?
Demut bedeutet für mich, den Ruf, die Sichtweise der anderen und meine eigene nicht so wichtig zu nehmen und einfach weiter das zu machen, was in mir ruft.
Und in mir ruft: "Ich helfe gerne! Mir und auch anderen." und auch "Bildung und Beratung muss jedem zugänglich sein!". Auch denen, die glauben, es sich nicht leisten zu können.
Außerdem ruft in mir die Stimme nach Veränderung. Veränderung der fixen Preisbindung hin zu einer freiwilligen Preisgestaltung. Und dass das funktioniert, erlebe ich immer wieder.Ja, manchmal bedeutet das noch, dass es mal eng wird.
Ich erlebe, dass ich Phasen mitmache, in denen ich nicht das Geld zur Verfügung habe, was ich haben möchte. Das schmerzt, ja. Und ich möchte auch mehr Geld haben, ja.
Doch möchte ich das auf Kosten meines obersten Gebotes "anderen meine Leistungen auch für ein frei wählbares Endgeld anbieten zu können" ändern? Nein.
Mal sehen, was daraus wird. Ich bin zuversichtlich.
Alles kommt in Wellen. So lange in Zeiten der Ebbe, auch noch Geld reinkommt, bin ich beruhigt. Denn dann wird es in Zeiten der Flut wieder um so mehr sein.
Ich arbeite daran, dass in beiden Zeiten, Ebbe und Flut, so viel Geld reinkommt, dass ich meine und die finanzielle Lebensqualität anderer steigern kann.
Und in der Zwischenzeit stehe ich denen zur Verfügung, die wissen und lernen möchten zufrieden und fröhlich zu bleiben, auch wenn es nicht so läuf, wie es sich gewünscht wird.
Es ist eben die Frage, in wie weit die Selbstverantwortung von mir so umgesetzt werden kann, dass ich von meiner Arbeit leben, bzw. ob sie von anderen so umgesetzt werden kann, dass, obwohl sie mit meiner Arbeit direkt nichts zu tun haben, sie mitbezahlen, damit jene von mir Beratung, Wissen und Lebensfreude erhalten können, die vorher glaubten sich nicht leisten zu können.
Fakt ist, dass jeder von meiner Arbeit profitiert. Doch müssen mich immer noch nur die bezahlen, die zu mir kommen?
Liebe Grüße
Axel
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