Guten Morgen!
Das kann durchaus auch vom Grad des Leids abhängig sein. Doch prinzipiell bedeutet es, dass wir uns mit jedem Meschen verbinden und uns in seine Situation tendentiell hineinfühlen können.
Wieso fühlen wir uns erst mir anderen in dem Sinne verbunden, dass wir ihnen helfen wollen, wenn es denen so richtig übel zu gehen scheint? Wieso können wir nicht genau so schnell mit denen fühlen, die mehr als jene, die weit weg leiden und weniger als wir selber haben? Weil es, wenn es scheinbar um Können, es immer vorrangig um Wollen geht!
Hat das mit unserem Egosimus und mit unserem Selbstbewusstsein zu tun? Etwa in dem Sinne "Der ist keine Konkurrenz. Wenn ich dem helfe, kann ich mich noch immer als wohlhabend und wertvoll fühlen?" oder im Sinne von "Auf dessen Kosten möchte ich mich nicht erhöhen." Oder auch: "Wenn ich dem helfe, mache ich etwas Gutes und dann erkenne ich mich als Gut an und andere könne das auch endlich so sehen!"?
Wieso haben Hartz-IV-Empfänger eine kleinere Lobby, als Opfer von Naturkatastrophen? Weil sie noch zu viel besitzen? Es scheint so.
Jemand, der durch eine Naturkatastrophe Hab, Gut und Familienmitglieder verloren hat, den unterstützen viel mehr Menschen, als den, der in der Nachbarschaft mit von 4,00 € am Tag und pro Person, sich selbst oder seine Familie zu ernähren hat.
Wieso? Wieso tun wir das? Wieso helfen wir jenen relativen Wohlstand zu erhalten, die weit weg leben und schauen weg, wenn es um das Leid in der Nachbarschft, in der Stadt, im eigenen Land geht?
Ich kenne eine Antwort.
Als meine Tochter getauft werden sollte, wurde darüber gesprochen, dass Gelder gesammelt werden könnten, um kinder in Afrika zu unterstützen. als ich dagegen monierte, hatte ich das Gefühl, dass sich alle auf mich stürzten. "In Deutschland gibt es ja wohl nicht diese Armut, wie in Afrika."
Das sah ich schon damals anders. zu dem Zeit war das Thema "Klappen-Kinder" in der Presse. Klappen-Kinder sind Kinder, die in Deutschland unter anderem deshalb von ihren Müttern abgegeben werden, weil sie nicht wissen, wie sie sich und ihre Kindern überleben lassen können.
Für diese Mütter gibt es die Möglichkeit, ihr Kind anonym in eine Klappe abzulegen, die in Gebäuden eingearbeitet sind, in denen Menschen sich dann um dieses Kind kümmern.
Ja, in Afrika verhungern Kinder. In Detushcland damals noch nicht. Oder eher selten. Doch wieso können wir uns nicht dazu durchringen zu sagen: "Ja, stimmt. In beiden Ländern gibt es Not. Lasst uns etwas für beide Gruppen tun."?
Die Gelder, die anlässlich der Taufe eingenommen wurden, gingen nicht nach Deutschland. Lieber wurde Fremden geholfen, als vor der eigenen Tür zu kehren.
Liegt das daran, dass wir wollen, dass wir selber als leidend erkannt werden? "Ich kann wirklich nicht hlefen. Ich kann ja noch nicht mal in Urlaub fahren." oder "Ich bin arm dran. Der Staat beutet mich mit Steuern aus, ich muß eine überteuerte Krankenversicherung bezahlen und aucßerdem interessiert es kein Schwein, wie ich mich fühle und wie ich zu Recht komme." sind Sätze, die ich oft gehört habe.
Für die Menschen, die ich oben ansprach gilt das nicht. Diejenigen, die das Geld ins Ausland gehen ließen, sind zum Teil, jene, die sehr vermögend sind und trotzdem noch die Krankenkassen abzocken, um den Yogakurs nicht sleber bezahlen zu müssen.
Ich habe erlebt, dass ich als ich mitteilte, ab sofort Hartz-IV annehmen zu müssen, um meinen Lebensstandard halten zu können, eine nahestehender Menschen zu mir sagte, dass es ihm auch nicht gut gehe. Dieser Mensch hatte damals schon ein Haus, genug zu essen und ein monatliches Nettoeinkommen von 3.500,00 €. 350,00 € Einnahmen im Gegensatz zu 3.500,00 € Einnahmen und dann der Satz "Mir geht es auch nicht gut."?
Was ging da vor? Was ist wohl die Ursache gewesen?
Ganz einfach: Mangelndes Selbstbewusstsein. Mangelndes Selbstbewusstsein lässt uns blind und stumpf für die Lage anderer werden. Es könnte ja sein, dass Bitten oder Forderungen an mich herangetragen werden, die mich dabei aufhalten, mir noch mehr leisten zu können, als ich brauche, um zu überleben, aber wie ich es zu brauchen glaube, um mich achten und von anderen geachtet werden zu können
Absolut Nachvollziehbar! Es ist keine Boshaftigkeit oder Arroganz. Und es ist völlig menschlich. Es ist menschlich, dass jemand, der so hohe Einnahmen hat, diese dazu nutzt, sich mehr anzuschaffen und dabei so stark die Einnahmen aufzehrt, dass er am Ende des Geldes feststellt, noch so viel Monat über zu haben.
Das Gefühl ist immer unabhängig von der Situation selbst! Es ist abhängig von der eigenen Interpretation der erlebten Situation!