Guten Morgen!
Ich erlebe diese Aufgabe in den letzten Monaten überweigend im virtuellen Bereich. Mit meiner Homepage und innerhalb meines Forums erlebe ich, dass mir wenig freundlich begegnet wird. Ja, ich reagiere innerlich auch enttäuscht und mit Unwohlsein. Doch ist das, nehme ich an, menschlich.
Das Unwohlsein und die Enttäuschung sind "mein Ding".
Schließlich ist der Mensch, der mit derart schreibt, dass ich Unwohlsein fühle, kein weniger liebenswerter Mensch, als ich. Noch sind seine Handlungen prinzipiell zu verurteilen. - Doch genau das mache ich noch so manches Mal. Ich verurteile sie nämlich als als unachtsam. Dabei ist es durchaus achtsam, aber eben nicht in der Art, wie ich Achtsamkeit erkennen will.
Trotzdem kann ich an wenig liebevoll geäußerten Gedanken, und an wenig liebevollen Gefühlen in mir, etwas Positives finden. Da ist ein Mensch, der dank der missbräuchlichen Nutzung der Bestellfunkion oder dank barsch geschriebener Texte seiner Frustration Ausdruck verleiht. Hier reagiert sich nur jemand ab. - Das empfinde ich als sinnvoll. So kann ich damit umgehen. Jemand, der freundlich reagiert, obwohl er sich als unfreundlich behandelt erlebt.
Für mich ist das weniger leidvoll, als es für denjenigen sein würde, der sich einem anderen Menschen so benimmt, der im gleichen Maße oder noch ärger antworten würden.
Und das Schöne an von mir als unfreundlich erlebtem Handeln ist, dass ich jedes Mal üben kann, freundlich zu bleiben! Und jedes Mal fühle ich, dank meines Unwohlseins, dass ich eine freundlichere Art des Umgangs bevorzuge und nun die Möglichkeit habe, dies meinem Unterbweusstsein anderen Menschen zu zeigen.
Jedes Mal gehe ich gestärkt aus dem Erlebnis hervor und habe die Fähigkeit geübt, freundlich zu bleiben und zu erleben, dass ich Dinge anders beurteilen kann, als ich es bisher mache, und ich selber mein Schlüssel für meine Gefühle bin.
Ich wünsche Menschen, die mich wenig freundlich behandeln, dass sie dank meiner Art dazu finden, dass sie sich freundlicher geben, damit sie nicht durch andere, mitunter weitaus schmerzvoller, erkennen, dass Freundlichkeit letztendlich hilfreicher ist und umfassender und nachhaltiger Wohlsein erzeugt.
Ich halte in diesem Sinne gerne die andere Wange hin, obwohl ich gerade auf die eine geschlagen wurde.
Wer schreibt schließlich derb oder kritisch und zeitgleich unfreundlich?
Doch nur ein Mensch, der sich selbst nicht mehr lieben kann, als er es tut und darum anderen, aus der Unfähigkeit heraus, liebevoller handeln zu können, unfreundlich begegnet.
Das mache ich mir immer wieder bewusst. Und ich komme zu dem Schluss, dass er, wie ich auch, Achtsamkeit, Liebe und Anerkennung haben möchte.
Also gehe ich in mich und antworte freundlich, anerkennend und liebevoll. So freundlich, anerkennend und liebevoll, wie ich es in dem Moment kann. Manchmal ist das auch barsch und unfreundlich. Meißt jedoch schaffe ich es, freundlich zu sein.
Im Geiste verbeuge ich mich danach, unabhängig von meiner ersten Reaktion, vor diesem Menschen und wünsche ihm, dass er zu sich, zu seiner Liebe und zu seiner Selbstachtung findet.
Heute wurde ich als Träumer bezeichnet.
Wenn gleich dies, so wie ich es aus dem Zusammenhang heraus interpretiere, wenig freundlich und eher weniger als Kompliment gemeint war, so fasse ich dies absolut als ein Kompliment auf.
Meine Meinungen und Ansichten ändern, würde ich erst dann, wenn es jemand auf freundliche Art schafft, mich vom Gegenteil zu begeistern.
Da das Gegenteil aber Unfreundlichkeit und Unwohlsein sind, von dem ich begeistert werden müßte, wird es wohl eher nicht klappen, da mir diese Geisetseshaltung aus sich selbst heraus widerspricht. - Das kann mich nicht begeistern. Es bestätigt mich darin, freundlich zu bleiben und noch freundlicher zu werden.