Relativität


Guten Morgen!

 

"Denken hilft zwar, nützt aber nichts" ist ein auf den ersten Eindruck ein sich widersprechender Buchtitel eines Sachbuches, das ich gerade lese. Scheinbar widersinnig erklärt sich der Titel durch die Tätigkeit des Autors. Dan Ariely ist ein israelischer Wissenschaftler. Genauer geschrieben ist er Professor für Verhaltensökonomik.

 

Und er stellte fest, dass wir uns oft "´nen Kopf" über Dinge und Handlungen machen und uns dann doch anders entscheiden, als wir geplant hatten.

 

Diese Tatsache spielt zu einem Großteil genau in mein Arbeitsgebiet hinein. Den Titel des oben benannten Buches erkläre ich so:

 

Wer sich Gedanken dazu macht, wie er einen Umstand verändern kann, der geht hilfreich vor. = Denken hilft (zwar).

 

Verändert er darüber hinaus jedoch nicht das, worauf seine bisherigen Entscheidungen und eben auch Handlungen aufbauen (bewusste und, evtl. vor allem, unterbewusstse Meinungen / Entscheidungskriterien), so bringt ihn die ganze Denkerei eher wenig weiter, da er höchstwahrscheinlich, früher oder später, wieder genau so handeln wird, wie bisher. = Nützt aber nichts.

 

Relativität ist noch so ein Thema, bei dem ich früher glaubte, dass es nur für Wissenschaftler und sicher nicht für Bürger, wie ich selber einer bin, ist. Und wieder habe ich erkannt, dass ich mich darin getäuscht habe. Eine Kostprobe:

 

 

Gewalt ist relativ

 

Wenn jemand geschlagen wird, spricht die Mehrzahl der Menschen sicher davon, dass ihm Gewalt angetan wurde. Wenngleich schon hier einige Menschen dies relativieren würden. "Das kommt ja wohl auf den Schlag an. So ein Klaps..." Und genau bei dem "Klaps" geht es weiter. Ich habe Folgendes erlebt:

 

Ein Säugling nervt scheinbar seine Mutter mit dem was er macht. Diese hat schon mehrfach gesagt, dass der Kleine das nicht mehr machen soll - Nebenbei: Mach dir gerne bewusst, wie schwer es ist, etwas nicht zu machen = "Denk nicht an einen rosanen Elefanten." und dann teile mit, was du dir wünschst und nicht, was du dir nicht wünschst. -

 

Schlussendlich reagiert die Mutter mit einem "Klaps" auf die  Finger des Kleinen, der, meines Erachtens völlig geschockt die Mama ansieht und zu weinen anfängt, weil er nicht begreift worum es geht. Er hat sicher nicht vor Schmerz geweint, da der Klaps ein leichter war. Interessant war auch der Gesichtsausdruck der Mutter, als sie "zuschlug". Darin las ich nichts Liebevolles, sondern Pures "Du nervst! Lass das!".

 

Genau die Frage, ob dies schon das Ausleben von Gewalt ist, und die damit verbundenen relativen Ansichten ist die Ursache, wieso der Kontakt zu dieser Mutter abgebrochen worden ist.Ich hatte ihr meine Beobachtung nämlich mit meinen Ansichten mitgeteilt.

 

Sicher hat sich die Mutter nicht anders zu helfen gewusst. Sie hat auch mit Siocherheit ihr Bestes gegeben. Wenngleich es für dich evtl. nicht so aussehen mag. Wenn sie zukünftig anders reagieren willl, hat sie nach dem Vorfall nun die Möglichkeit, die Ursachen für ihr Verhalten, ihre eigene Einstellung, zu verändern. 

 

 

Gehen wir in Sachen Gewalt und Relativität einen Schritt weiter

 

Es wird jemand festgehalten, der, wenn er seinem freien Willen folgen könnte, nicht bleiben würde. Gewalt? = Für mich eindeutig: Ja.

 

 

Noch weiter: Gewalt ist nichts, was rigoros verboten gehört.- Au weia!

 

Und das von mir! Einem Befürworter der gewaltfreien Kommunikation. Auch hier ist meine Meinung eine Frage der Relativität.

 

Gealtfrei, so lange gewaltfreies Handeln Sinn macht. Und das entscheidet wieder jeder realtiv für sich selbst.

 

Wenn ich jemanden erleben würde, der einen Menschen Gewalt antut, z.B. eine Vergewaltigung, dann würde ich mich sicher nicht daneben stellen und anfangen mit ihm zu diskutieren, dass wir eine gewaltfreie Lösung finden sollten und er nun bitte aufhört.

 

Ja, ich könnte ihn erschrecken und ihn damit von seinem Tun abbringen. - Nebenbei geschrieben, ist auch ein Schreck etwas Gewaltiges, da er sonst nicht funktionieren würde. -

Ich würde wahrscheinlich anderes machen, damit ich ihn von seinem Tun abbringe. Etwas, was dazu beiträgt, dass er zur Sühne herangezogen wird. - Strafe ist auch etwas, was ich eher ablehne. Und manchmal erlebe ich, dass ich Strafe auch für angemessen halte. Alles hat eben seine Zeit... -

 

Ich würde also, zurück zum Beispiel, möglichst schnell und mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Gewalt handeln. Es könnte gut sein, dass der Vergewaltiger, im eifer des Aktionsimusses sogar dabei stürbe, obwohl die Gewalt (z.B.: vom "Opfer" wegreißen) nur kurz andauert. Mag sein, er landet mit dem Kopf auf einer Kante und stirbt. Also mit einer Tötung eine Vergewaltigung erreicht...

 

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