Bild-ung


Guten Morgen!

 

End-täuschung, Selbst-bewusst-sein, auseinander-setzen, ver-rückt,  Bild-ung...

 

Es gibt viele Worte, deren Bedeutung ich mir mittlerweile bewusst geworden bin und die ich nun nach ihrem Ursprung, also anders, benutze.

 

Während der Veranstaltung "Business-Lounge Bielefeld (die nächste findet am 17.02.09 statt) habe ich einen Künstler kennengelernt, der in etwa sagte:

 

"Wir haben keine Bildungspolitik. Wir haben eine Wissenspolitik." - Ich bin der Meinung, dass er eine sehr wertvolle Feststellung mitteilt.

 

Wie ist es dazu gekommen? Aus der Unsicherheit des Einzelnen heraus?

 

Wer sich nicht sicher ist, dass seine Meinung etwas zählt, der verknüpft seine Meinung mitunter mit Menschen oder Gruppierungen, die "hoch im Kurs stehen". - So entstand auch das Totschlagargument "wissenschaftlich erwiesen", dass auch ich gerne nutze, wenn ich meine Meinung unbewusst als "nicht ausreichend" wahrnehme und sie anders inszenieren will.

 

"Wissenschaftlich" führte in der Vergangenheit weg von Emotion, weg von Bildern und hin zu staubtrockenen Fakten.

 

Das Argument "wissenschaftliche bewiesen" wird Heute von vielen Menschen als Maßstab anerkannt. Die darunter basierende Struktur hat sich scheinbar flächendeckend ausgebreitet. Welche Fernsehsendeanstalt kommt Heute noch ohne Wissens-Quiz aus? Und welche Sendeanstalt nutzt Emotionen anders als profitorientiert?

 

Wer aber nur Wissen um Profit in den Mittelpunkt stellt, nutzt höchstwahrscheinlich irgendwann das Talent zur direkt sinnvollen (evolutionären) Nutzung von Emotionen nicht mehr. - Was bringt ein Bericht, der ohne die ehtische Darstellung von Emotion und nur mit Bildern ergänzt wird, die die Quote bringen sollen? Anteilnahme oder Mitleid? Wer mit leidet, der ist im gleichen Moment nicht fähig zu helfen. Wer am Schicksal des anderen teil nimmt, sehr wohl. - Mein Votum: Greueltaten nicht mit Blut und Leid inszenieren, sondern so, dass Anteil genommen wird.

 

Das Bild eines intakten Urwaldes kombiniert mit der Frage "Möchten sie abholzen oder erhalten?" dürfte mehr Menschen erreichen, als ein umfassender und auf Fakten aufgebauter Bericht über die Schäden der Abholzung des Urwaldes.

 

Das Bild eines wohlgenährten Kindes in einem sozialen Umfeld und die Frage: "Möchten Sie dieses Kind verhungern oder Not leiden lassen?" dürfte mehr Anteilnahme erzielen, als eine verrenkte, verbrandte Leiche eines Kindes im Kriegsgebiet. - So etwas führt in mir dazu, dass ich abschatlte und mich damit abwende. Quate erfüllt weil verrecktes Kind gezeigt. So maximal viele Kinder durch Spendenaus der Situation geholt? Nein, denn zumindest ich fehle schon, obwohl ich hätte erreicht werden können.

 

 

Schule - ein Ort der Bildung?

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Mensch natürlichen Ursprungs ist und wir Menschen in Deutschland, wie oben erwähnt Wissen an Stelle von Bildung in den Mittelpunkt setzen, ist die Antwort: "Natürlich (deutsch) nicht."Schule ist kein Ort von Bildung.

 

Die Schule diente über Jahrzente scheinbar nur noch dazu Fakten zu transportieren und Ja-Sager zu schaffen, die stumpf eher dienen als zu hinterfragen. Emotionen, die den Alltag, den Schulunterricht und später den Betriebsablauf stören, sind da nicht erwünscht.

 

Endlich wird diese Struktur nach und nach, von manchen weil als Störfaktor begriffen,  und von anderen weil als ethisch verwerflich anerkannt, gewandelt. Immer mehr Manager begreifen, dass sie zu lernen haben die Emotionen ihrer Mitarbeiter einzubeziehen und ethischer damit umgehen zu können.

 

Die so genannte Bildungspolitik ist, hier schließe ich mich dem Künstler sehr gerne an, zur Wissenspolitik verkommen, die immer in die gleiche Sackgasse führt, in die sie uns bisher geführt hat. - Siehe Einsteins Aussage: "Wir können mit den Methoden, mit denen wir unsere Probleme erzeugt haben, nicht Lösungen der Probleme finden." Wir erleben nur aufgrund des Maßes an Einbindung von Ethik in Wirtschaft und Politik der Vergangenheit die Gegenwart so oft als Krise.

 

 

Was also ist zu tun?

Das, was schon längst begonnen hat und, obwohl von vielen Menschen auch immer noch als utopisch wahrgenommen, immer offensichtlicher von immer mehr Menschen berücksichtigt wird:

 

Be-ruhig-ung/ Ent-schleunig-ung

Wer nicht nur Wachstum, sondern Lebensfreude auch durch den Aspekt der Ruhe, also das Fehlen von Wachstum, in den Mittelpunkt stellt, der weiß, wie wichtig es ist "runter zu kommen" und sich umzuorientieren.

 

Be-sinn-ung

Wer, ob seiner Unzufreidenheit, zu dem Schluss kommt, dass sein bisheriges Denken und Handeln nicht geeignet war, um das Maß an Zufriedenheit zu erzielen, was er gerne nutzen würde,  der besinnt sich evtl. auch, dass es noch andere als die stets genutzen Wege gibt.

 

aus-einander-setzen

Entfremdeter kann Sprache kaum noch genutzt werden. Wenn ich etwas klären möchte, setze ich mich mit jenen zusammen, die Klärung vermitteln können, bzw. mit denen ich gemeinsam klärung finden kann. Auseinander setze ich mich mit Menschen, Dingen oder Umständen, die ich nicht wahrhaben, bzw. nicht verändern will.

 

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