Wann verändern wir bewusst?


Guten Morgen!

 

Als geübter Zufriedenheitsentwickler habe ich meißt ein Lächeln im Gesicht. In letztet Zeit allerdings fällt mir das öfter mal schwer, wie es scheint. Ich erleb darüber sogar wieder Krankheit durch meinen Körper.

 

Finanzkrise, Wirtschaftskrise und alle machen weiter wie bisher. Ein fahrlässig leichtsinniger Politiker, ein Manager der Steuern hinterzieht, eine Kassiererin, die angeblich Pfandbons stiehlt und alle drei erhalten Urteile, die ich nachvollziehen kann, deren Grundlage ich allerdings als bedenklich und veränderugnswürdig erachte.

 

Da produzieren sich Menschen mit neonazistischem Gedankengut masshaft in Dresden, die Biedermeier biedern sich ihnen an und die Gegenbewegung bleibt weit hinter ihren Ankündigungen zurück. Folglich sollen Neonazis weiterhin verboten werden, weil da oben niemand weiß, wie ihnen der Nährboden entzogen werden kann und sie, wie auch breite teile des Volkes, Angst vor ihnen haben. - Dabei wäre es so einfach. Neonazistische Gedanken bleiben nur dann haften, wenn der Mensch sich selber weniger geachtet erlebt, als den, den er zu verachten sucht.

 

Ein Mensch der Kinder geschändet hat, wird der Öffentlichkeit als Monster präsentiert und die Öffentlichkeit präsentiert sich selbst als lynchgeiles Monster. Wie anders könnte es laufen, wenn wir Resozialisierung wirklich wollten?

 

Ein 17jähriger erschiesst, geübt, 17 Menschen, überwiegend Frauen und viele fragen sich "Wie konnte es dazu kommen?" - Dabei ist die Antwort so einfach: Weil wir es dazu kommen ließen. Wir alle. Wieder ist es die Achtung, bzw. die Mißachtung die zu solchen Erlebnissen führt.

 

Wieder das Denken lernen

Ja, ich weiß, dass ist ein ungewöhnlicher Wunsch. Doch was, wenn wir dies tatsächlich wieder zu üben begännen? Würden wir sogar fähig, komplexen Gedankenkonstrukten zu folgen? Wären wir wenigstens in der Lage zu erkennen, dass Geschehnisse innerhalb eines Systems nur möglich sind, weil es das System so gibt, wie es existiert? Wären wir sogar in der Lage uns als Menschen zu erleben, die das System erschaffen, aufrechterhalten und verändern können?

 

 

Wieder das Fragen lernen

Blindes Gehorsam wird zwar lauthals verpöhnt, doch wird es trotzdem flächendeckend angewandt. - Tja, die Bild liest ja auch keiner. - Da werden Gesetze befolgt, weil sie da sind und nicht weil sie ethisch Sinn machen. Ich folge nur Gesetzen, deren ethischen Sinn ich erkannt habe und nicht weil ich davon ausgebe, dass irgendjemand sie geschaffen hat, weil er einen Sinn in ihnen erkannt hat. Meine Meinung zählt. Und die bilde ich mir selbst. Unnormal...

 

Es ist für die Masse der Bürger in systemkonform zu sein. Nur wenige geben sich als inkompatibel zu erkennen. Wieviele davon machen das, um aufzufallen udn wieviel, weil sie den Sinn dafür erkannt haben? 

 

Da verleugnet jemand den Dienst an der Waffe und den mit "Ersatzdienst" fehlbezeichneten Dienst als Zivi - Wie kann helfen ein Ersatz von zerstören sein? - und schon gilt er als faule Sau. Meiner Meinung nach ist er ein Held. Er ist nämlich einer der schenbar wenigen, der sich traut, sich für seinen Glauben einzusetzen und die daraus entstehenden Konsequenzen voll zu trage.

 

 

Wieder das Mutigsein lernen

Dann bräuchten wir andere, die mutig sind, nicht diffamieren, weil wir Angst haben, dass sonst auffiele wie feige wir selber sind. Wir könten uns vielmehr mit anderen zusammen tun und unseren Mut ausdrücken.

 

Wir bekämen eine Einstellung zur Politik, zur Wirtschaft zum Sozialen, zur Ökologie die dahin führt, wo wir hinwollen, weil wir das zu formulieren lernten, was wir erleben wollen, anstatt das zu äußern, vor dem wir Angst haben und was wir nicht erleben wollen.

 

 

Wieder das Anderssein zulassen

Weg von der Norm! Kein Mensch will, wie es mir scheint, offiziell normal sein, doch die meißten bleiben ängstlich innerhalb der Normen. Was ist das, Norm? Gibt es in der Natur eine Norm? Wieso also nutzen wir Definitionen die natürlich unsinnig sind? Ach ja, weil wir Menschen, Besseres,  sind und wir somit andere Gesetze brauchen...

 

 

Wieder der Mittelpunkt sein

Wollen wir wirklich weiter Mittel zum Zweck sein? Mittel der Pharmaindustrie, der Finanzwelt, der Industrie, der Wirtschaft, der Politik, des Geldes, unserer Mitmenschen? Oder wollen wir uns endlich wieder dahinstellen, wo wir hingehören. Jeder für sich. In den Mittelpunkt. In den Mittelpunkt der Achtsamkeit.

 

Ich bin der wichtigste Mensch für mich! Ich liebe mich! So wie ich mich selber liebe und achte, so liebe und achte ich auch andere. - Wer ist sich dessen heute noch bewusst? Ja, wenn wir darauf aufmerksam gemacht werden, nicken wir bedächtig. Wer weiß heute, dass er sich dessen so bewusst wird, wie er sich selbst unterbewusst programmiert hat? Wie tickst du? Wie ich?

 

 

Wieder Andere  lieben lernen

Meine Mitmenschen lieben. Egal, wie ich sie einschätze. Jeden als liebenswert annehmen, auch wenn er in meinen Augen gerade Widerwärtiges getan oder formuliert hat. Ganz einfach deshalb, weil jeder immer sein Bestes gibt. - Niemanden mehr verurteilen, weil sein Bestes nicht meinem Besten entspricht. Denn, das Beste gibt es nicht! Es ist eine Illusion. Nichts ist aus jedem kulturelle, politischen oder religösem Blickwinkel heraus immer gut oder bestes.

 

"Ich lieb dich nur, wenn du so bist und tust, wie ich es für achtenswert halte." führt zu genau den Resultaten, die wir alle erleben und die ich Eingangs erwähnt habe.

 

 

"Ich liebe mich/dich, wenn..."  wird ersetzt durch "Ich liebe mich/dich, weil..."

Einfach, weil ich bin. Einfach, weil ich anderes erleben will.

 

Ich liebe mich, weil ich manchmal nicht zufrieden mit dem bin, was ich wie interpretiere. Denn ich liebe mein perfektes Unperfektsein. Das bin ich: perfekt unperfekt.

 

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