Menschenrechte vs. Wirtschaften


Guten Morgen!

 

Was ist Bildung wert, wenn sie am Wirtschaftsmarkt ausgerichtet ist?

Meiner Meinung nach nur noch ein Bruchteil dessen, was sie wert sein kann, wenn sie an der Menschlichkeit ausgerichtet ist.

 

Laut der Menschenrechtskarta der UNO besteht das menschliche Recht auch darin, sich zu bilden, ohne dabei stets das wirtschaftliche Wachstum im Auge zu haben. Laut Artikel 26 der Erklärung der Menschenrechte der UNO, ist es sogar dringlich die Bildung von der Wirtschaft abgekoppelt zu erleben.  - Tja, es sieht so aus, dass es noch immer in Mode ist, die Menschenrechte mit Füßen zu treten. Gerade in den Ländern, in denen sich die Menschen brüsten sich für Menschenrechte einzusetzen und überwiegend die Menschenrechte mißachten, so bald sie ihre Geldbörsen aufmachen.

 

Eben nicht nur bei der Bertelsmann-Stiftung wird Bildung vermehrt als ein Markt erachtet und sich ihm geldgeil zugewandt. Jeder einkaufende Mensch folgt, mal mehr und auch mal weniger, diesem Prinzip.

 

Kennst du den Satz: "Wenn du dich nicht beruflich weiterbildest, kommst du zu nichts."? Mit diesen oder ähnlichen Aussagen bin ich herangewachsen. Diesen Wert trug ich Jahrzehnte mit mir durch mein Leben und erlaubte mir, dank der Befolgung dieses Wertes, mir mein Leben mitunter zur Hölle zu machen. Und das nur deswegen, weil ich zu bequem war ihn zu hinterfragen.

 

Weil ich nicht frühzeitig begriff, wie wichtig Bildung für mich ist, welche Bedeutung Bildung für mich haben kann, habe ich mich nach meinem Schulabschluss dem Gedanken ergeben: "Endlich kann ich aufhören zu lernen und das Leben genießen!".  Mit einem IQ von 160 habe ich lieber egoman gelebt, als ihn für mich und andere nützlicher einzubringen.

 

Die logische Folge: Ich ergab mich über Jahrzehnte dem oberflächlichen Genuss und somit eben auch den Gesetzmäßigkeiten der Marktwirtschaft. Ich machte das Geld zu meinem Gott, um den ich das Meißte in meinem Leben drehen ließ. Und weil es in meinem Leben um Wertvolleres geht, als um diesen Gott, habe ich eher die Abstinenz der Gottheit Geld erlebt, als ihre Anwesenheit.

 

 

Hab und Gut vor der Sinnfindung

Anstatt mich zu bilden, schulte ich mich darin, mich dem wirtschaftlichen Vorteil anzunehmen. Anstatt mir bewusst zu werden, warum ich lebe, glaubte ich, dass ich nur dann lebe, wenn ich mir möglichst viel Materielles und Finanzielles zu eigen mache. Ich glaubte, dass ein Leben ohne Luxus kein Leben ist. Ich pervertierte das für-andere-und-mich-von-kleinerem-Nutzen-sein und beleuchtete es dermaßen mit der Blindheit des Gierigen, so dass ich es über 3 Jahrzehnte als DAS Lebensziel auserkor finanziell reich und materiell habend zu sein.

 

Ich wurde annähernd 40 Jahre alt, bevor ich endlich begriff, dass ich nicht nur keine Marionette des Systems bin, sondern dass es sinnvoll ist, das gesamte System und somit alles, was ich als sinnvoll angenommen hatte, in Frage zu stellen.

 

 

Wem nutzt eine Bildungspolitik, die darauf aus ist, monetäre Gewinne aus dem Leben eines Menschen zu ziehen?

Den meißten Individuen wohl eher weniger. Trotzdem leben die meißten menschlichen Individuen nicht so, dass sie sich selbst, der Menschheit oder der Welt in der sie leben dienen, sondern sie funktionieren so, dass einige wenige menschliche Individuen auch dank ihres Denkens und Handlns reicher und reicher werden. Mit den Krumen der finanziell Reichen geben sie sich nicht nur zufrieden, sie lobheißen diese Almosen gar als Manna.

 

Auf dem Weg, den Wunsch nach einem Mehr an Materiellem und Finanziellem, sind wir in den sogenannten ziviliesierten Ländern so weit gekommen, dass wir uns mittlerweile auch Bildung als einen Markt verkaufen lassen, dem wir uns nur dann zuwenden, wenn ein wirtschaftlicher Nutzen für uns selbst daraus entsteht.

 

Ansonsten lassen wir es uns stumpfsinnig gefallen, dass der Finanzmarkt, das Fussball- oder Formel 1-Ergebnis in den Schlagzeilen stehen und so nicht die Möglichkeiten ein friedvolles Miteinander mit mir selbst und anderen zur Zufriedenheit meiner selbst und anderer aus den Schlagzeilen zu verdrängen, sondern sie scheinbar bis auf einen marginalen Rest außen vor zu lassen. Und den holen wir nur dann hervor, wenn wir glauben, dass uns eine Zuwendung an ihn einen Vorteil erschafft.

 

 

Dichten und Denken

Als Dichter und Denker frage ich mich des öfteren auch, wie ich mit dem, was in mir ruft so viel Geld verdienen kann, dass ich mir und anderen ein luxuriöseres und werteveränderndes Leben ermöglichen kann. Mindestens frage ich mich, wie ich meinen Mitmenschen den finanziellen und ideellen Wert meines Denkens und Tuns deutlich mache.

 

Wie erreiche ich es, dass ich genug Geld zum Leben habe, damit ich mich weiter bilden und mehr an der Gesellschaft teilhaben kann? Wie kann es mir gelingen, dass ich mit dem Denken Geld verdiene? Meine bisherige Antwort: "Zur Zeit eher dann, wenn ich es so darzulegen weiß, dass andere einen wirtschaftlichen Vorteil darin erkennen und meinen Gedanken deswegen folgen. Dass jemand meinen Gedanken flgt, weil er nützlicher sein will, weil er den Sinn des, bzw. seines Lebens erkennen will, das scheint ein dementsprechend interessanter Weg zu sein"

 

Unpraktischer Weise dient mein Denken jedoch mehr dem Werden, der Entwicklung der Menschlichkeit und dementsprechend eher weniger dem Prozess der sofortigen monetären Gewinnschöpfung.

 

Somit  stelle ich mich dann auch eher häufiger als andere Menschen der Frage meiner Mitmenschen: "Kannst du denn von deiner Arbeit leben?".

 

 

Was ist Leben?

Diese Frage beantworten sich jene, die mir solche Fragen stellen, wohl überwiegdn so, dass der Konsum, das Benutzen im voerdergrund stehen. 

 

Wenn Leben bedeutet, möglichst viel zu verdienen und sich möglichst viel finanziell leisten zu können, habe ich diese Frage eindeutig mit einem "NEIN." zu beantworten.

 

Wenn Leben jedoch das sinngewandte Werden beinhaltet, lautet meine Antwort: "Ich kann dank ihr weitaus intensiver leben, als die meißten Menschen weltweit."

 

Ist es ein sinnvolles Leben, sich der Wirtschaft zu ergeben, einen neuen Flachbildschirm zu kaufen, die Ergebnisse beim Fussball und der Formel 1 zu kennen, bzw. effizienter daran zu arbeiten, dass ich als Mitarbeiter der Firma XY deren Managern helfe, noch mehr monetäre Renditen zu erzielen und mir keine Gedanken darüber zu machen, auf wessen Rücken, auf wessen Kosten, auf wessen Leid ich meinen Wohlstand aufbaue?

 

Ja. Ja, es ist sinnvoll. Denn ein solches Leben kann dazu führen, den Mangel an Nützlichkeit für sein eigenes menschliches Wachstum, den Mangel an Nützlichkeit für alles und alle anderen zu entdecken. Es kann dazu führen so satt zu sein, dass ich mich endlich zurücknehme und mir die Frage stelle: "Ist es das, was du willst?" Das ist der Sinn dessen, was die meißten von uns wohl als unsinnig bezeichnen würden.

 

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