Guten Morgen!
Gestern habe ich in einem Mail-Wechsel mit einer Bekannten gestanden. Anlass war ein Kommentar, den ich schriftlich abgeben hatte und mit dem ich Lösungen aufzeigte.
Interessant war, dass mein Beitrag nicht als Lösung anerkannt wurde. Im Gegenteil, er wurde als "drauf hauen" aufgefasst. Mir wurde mitgeteilt, dass sie nirgendwo ein Problem sähe und, dass sie Lösungen nur für Probleme erachten würde.
Ich denke, genau das ist auch die aktuelle Situation innerhalb der BGE-Bewegung und der BRD
Die aktuellen Wahrer des BGE streiten zu oft, als dass sie miteinander gehen. Sie sehen, wie viele Politiker, Wirtschaftsbosse, wie du und wie ich selbst, mehr oder weniger oft vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Damit meine ich, dass die Aufgaben der Zeit, des Momentes nicht mehr wahrgenommen werden, weil sich so damit befasst wird, das zu tun, was immer geatn. Flickschusterei. Streiterei. Bis hin zum offen und für alle Beteiligten erkennbaren Krieg.
Wichtig für mich, darauf hinzuweisen, dass wir dies alles immer aus ganzem Herzen tun, weil wir meinen damit unser Bestes zu geben, um uns und anderen zu dienen. Wir glauben, dass wir mit dem, was wir tun für alle hilfreich sind.
Und das sind wir auch! Alles was geschieht ist hilfreich. Entweder als Empfehlung es aufzugreifen und zu perfektionieren, oder eben um es als unpraktisch zur Erreichung des Zieles anzuerkennen und eben von jetzt an anderes zu machen.
Vieles von dem, was wir erlebt haben ist hilfreich gewesen. Vieles von dem was wir erleben ist hilfreich.
Ich sehe das so: Wenn wir etwas betrachten, ist es meines Erachtens nach sinnvoll, wahrzunehmen, was hilfreich ist und wahrzunehmen, was störend ist. Wenn wir uns selber im Weg stehen, sehen und reagieren wir nur auf das, was wir als störend empfinden. Stehen wir uns absolut im Weg, befassen wir uns irgendwann überwiegend nur noch mit den Dingen, die uns stören. Und, so ganz nebenbei, werden wir unzufriedener und unzufriedener.
Genau so ist es mir wieder ergangen, als ich meine Kandidatur antrat. Vor ungefähr drei Jahren, vielleicht sind es auch schon vier Jahre, hatte ich es geschafft herauszufinden wieso ich mit meinem Leben so unzufrieden war, dass ich nomadisierend umherzog und immer wieder eine Todessehnsucht in mir wahrnahm.
Von dem Tag an arbeitete ich daran, dies zu ändern. Ich nahm an Seminaren zum Bewusstseinswandel wahr, anhand derer ich erlernte mir meine unbewussten Gedanken und Meinungen bewusst zu machen. Das war für mich wichtig, da ich nun herausfand, wie ich es geschafft hatte, dass ich in den letzten 10 Jahren meines Lebens immer öfter depressiv geworden war.
Dann entwickelte ich eine eigene Methode, wendete sie erfolgreich an mir an und lud Freunde und Familienangehörige ein, sie anzuwenden. Jeder, der sie anwandte hatte Erfolg damit. Die einen konnten hilfreicher damit umgehen und orientierten sich völlig um, während andere nicht weniger hilfreich mit dieser Erkenntnis umgehen konnten und sich wieder abwandten und noch kränker und noch unzufriedener wurden.
Ja. So ist. Wenn du eine strukturelle Lösung gefunden hast, dann kannst du sie auf alles übertragen und für alles anwenden. werden.
Ich fand mit der Zeit heraus, dass es, wenn ich ein Ziel erreichen möchte, das Wichtigste im Leben überwiegend gut gelaunt und zufrieden zu sein.
Und genau das vergaß ich, als ich mir vorgenommen hatte mich für die Bundestagswahl aufstellen zu lassen. als ich das tat, fing ich nämlich wieder an in den früher häufiger genutzten Mustern zu denken: Größer, besser, weiter...
Die Folge war, dass ich frustriert war, wenn andere nicht erkannten, was für ein toller Hecht ich doch bin. Ich war frustriert, wenn weniger erkannten, dass das, wofür ich mich einsetze zum Wohle aller war. Und genau so frustriert war ich, als die Spenden-Aktion nicht so richtig in Schwung kommen wollte.
Und diese Frustration habe ich mich am Sonntagabend entledigt
Nachdem ich das Wochenende noch einmal so richtig schön unzufrieden war, stellte ich mir die Frage: "Axel, was willst du?" Die ersten Antworten nahm ich wahr und legte sie bei Seite. Und dann kam die Antwort, welche die Wichtigste für mich ist: "Zufrieden sein."
Wenn ich zufrieden sein wollte, wieso nutze ich dann in letzter Zeit wieder jedwede Möglichkeit, um Unzufriedenheit zum Ausdruck zu bringen? Wenn ich zufrieden sein wollte, dann macht es mehr Sinn, mir die Aspekte in Dingen, Umständen und Menschen bewusst zu machen, dank derer ich wieder Zufriedenheit erleben konnte und sie aufzugreifen.
Zur Deutlichmachung ein Beispiel:
Die Mitglieder des Netzwerkrates "Netzwerk Grundeinkommen" haben sich nach viel Arbeit auf ein neues Logo festgelegt. Ein schönes Logo. Allerdings erkenne ich darin weder das Grundeinkommen, noch das Netzwerk wieder. Ich bekam mit, dass manche, die am Logo mitgearbeitet haben, indem sie eigene Ideen einbrachten, unzufrieden mit der Art und Weise waren, wie sich für ein Logo entschieden wurde und erkannte darin genau die Struktur, mit der ich hier in der BRD unzufrieden bin und wegen der ich mich mit dem Begriff "Mitbestimmung - Grundeinkommen" für die Wahl positioniert habe.
68% der Bürgerinnen und Bürger in der BRD wünschen sich in Fragen die sie und die BRD betreffen in Form von Volksentscheiden mitbestimmen zu können. Sie können es nicht. Und genau das ist auch die Struktur beim Netzwerk Grundeinkommen: Die Mitglieder können nicht mitbestimmen.
Und genau wie in der Regierung und wie ich selbst, sind die Mitglieder des Netzwerkrates mehr oder weniger frustriert darüber, dass nicht anerkannt zu werden scheint, wie viel Arbeit, wie viel Mühe, wie viel Zeit sie/wir, eben auch unendgeldlich - Gilt meines Erachtens auch für die Mitglieder der Regierung! Denn so viel Geld kann gar nicht bezahlt werden, dass sich 80 und mehr Arbeitsstunden pro Woche bezahlt werden können. - investiert haben.
Beim Netzwerkrat scheint es mir so, wie eben auch bei mir selbst und bei jedem anderen Menschen auch, dass die Frustration mitunter ein Ausmaß erreicht, dass selbst ein Lob nicht mehr die Beachtung findet, die bedingend ist, um zufreiden zu sein. - Das führt mitunter sogar dazu, dass die eigene Zufriedenheit unerreichbar scheint. Sie scheint oftmals sogar von anderen abhängig zu sein. - Das Lob wird in einem solchen Fall folglich überlesen und der Unzufriedene wendet sich wieder dem zu, was als Resultat dazu führt, dass er sich noch unzufriedener erlebt.
Und genau das, wurde mir heute morgen bewusst, gilt auch für mich
In den letzten Wochen hatte ich mich in einer Art immer mehr dem zugewandt, was ich ändern wollte und mich immer mehr von dem abgewandt, was lobenswert ist. Ich habe immer öfter das Hilfreiche im Störenden nicht mehr wahrgenommen.
Als ich das heute morgen im Halbschlaf begriff, war ich schlagartig wach und stand gut gelaunt auf. Ich hatte den Weg zur Zufriedenheit unbewusst schon Gestern wieder begangen, doch erst Heute bewusst erfasst, dass ich ihn bereits wieder begehe.