Weil die herkömmliche Zucht von Zierfischen alles andere als artgerecht ist, wie ich meine. Tiere leben mehrheitlich in Glaskästen, die nur marginal mit dem bestückt sind, was das entsprechende Zuchtpaar mindestens braucht, um Nachkommen zu "produzieren".
Außerdem werden bei den meisten Arten die Jungtiere schnellstmöglich von den Elterntieren getrennt, um so die maximale Anzahl an Nachkommen zu erhalten, damit der Ertrag später größer ist.Das fürht bei vielen Arten dazu, dass das Brut- und Revierverhalten nicht mehr vorhanden ist. Bei Schmetterlingsbuntbarschen und bei diversen Skalaren ist es schon seit langem so, dass die meisten im Handel befindlichen Tiere, so sie denn überhaupt ablaichen, nicht mehr auf die Brut aufpassen.
Außerdem sind die meisten Züchter sehr schnell mit der chemischen Keule zur Hand und verabreichen den Tieren Medikamente, obwohl sie gar keine Symptome zeigen.
Der letzte Punkt, der für Endkunden interessant ist, ist der, dass Zierfische, bevor sie beim Händler ankommen, erst dem Züchter und auch einem Großhändler ein Einkommen gegeben haben, bevor sie beim Händler auch ihm ein Einkommen liefern. Das führte dazu, dass Zierfische in den letzten Jahren extrrem teuer geworden sind.
Zu dem kommen Zierfische oftmals auch aus dem Ausland. Zumindest wenn sich Aquaristik-Ketten beliefern lassen, kaufen sie gerne in z.B. Polen oder Tschechien ein. Hierdurch kommen zwar günstigere Preise zu Stande, doch merkt der Endverbraucher das kaum, wie ich meine. Des weiteren empfinde ich die Qualität der Tiere als eher minder. Will heißen, dass wirklich farbenfrohe Tiere mit umfassendem Brut- und Revierverhalten eher selten zu erwerben sind.Und zu guter letzt, werden damit im ausland die Einkommen bezahlt, die hier verloren gehen.
Bei mir haben die Tiere mehr Platz, als bei einem Züchter, der in Massen "produziert". Außerdem gebe ich so wenig Medikamente wie möglich. Wenn es irgendwie möglich ist, nutze ich Naturhelkundliche Mittel. Und wenn ich dann doch die Pharmakeule schwinge, dann nur, weil ich keinen anderen Ausweg sehe und eben mit Bedacht. Ferner leben die Tiere bei mir voll eingerichteten Aqaurium. Der Aufwand der Zucht ist also umfassender und kostenintensiver.
Sind die Zierfischjungtiere groß genug, setze ich sie mit dem Muttertier in ein spezielles kleiners Zuchtaquarium, in dem ich täglich einen Teilwasserwechsel mache, die Tiere bei relativ hohen Temperaturen aufwachsen lasse und ihnen mehrfach am Tag lebende Artemia-Naupliden zu fressen gebe. So wachsen sie schneller auf und werden farbenfroh.Sind die Jungen große genug, setze ich Mama wieder zurück und gewöhne die Jungtiere nach und anch an andere Wasserwerte, damit sie, wenn sie gekauft und in Aquarien gesetzt werden, die mit Leitungswasser befüllt sind, dortmit weniger Streßeingesetzt werden können. In den Zuchtaquarien habe ich Wasserwerte von PH, 7,0 - 7,2 und KH 5-6.
Garnelen werden bei mir nur in Aquarien gezogen, die mindestens 80l Volumen aufweisen. Denn nur ab dieser Größe wird davon ausgegangen, dass ein Biotop auch beständig existiert. In kleineren Aquarien kippt das Wasser meist irgendwann. Krankheit und Tod sindhier oftmals die Folgen. Garnelen füttere ich mit Walnuss- und Buchenlaub, bzw. mit Brennnesseln.
Bei den Zierfischen trenne ich die Gelege von den Elterntieren nur dann, wenn die Natur es vorgesehen hat, dass die adulten Tiere, die Eier auffressen, um so eine Überpopulation vorzubeugen (z.B. im Fall der Sterbai-Welse). Wer also Sterbai-Welse züchten möchte, der hat die Eier oder die Elterntiere aus dem Aqaurium zu nehmen. Ergo schwimmen meine Sterbais in einem entsprechend großen Aquarium (mind. 160l Volumen) und ich fische die Eier raus, so bald diese gelegt worden sind.
Und wenn ich mir die von mir gehaltenen und gepflegten Tiere so ansehe und sie mit den Tieren in Relation setze die ich in den meisten Geschäften der Umgebung sehe, bzw. wahrnehme wie meine Kunden reagieren, wenn Sie bei mir sind und die von mir gezüchteten Tiere in augenschein nehmen, so erlebe ich, dass meine Art Zierfische und Garnelen zu züchten einen stetig steigenden Anklang mit sich bringt. Sowohl für Tier als auch für Mensch.
Und da ich als Züchter die von mir gepflegten Tiere online an Endverbrauchern verkaufe, hat schon so mancher Kunde weitaus günstiger seine Fische eingekauft, als wenn er im Geschäft gekauft hätte.Doch auch HÄ#ndler kaufen bei mir ein. O-Ton: "Eine solche Qualität finde ich bei meinen Züchtern nicht."
Ich züchte "Südamerikaner". Und da ich erst seit Anfang 2011 züchte, ist die Auswahl bei mir noch minimal. Im Regelfall können bei mir Kakadubuntbarsche (Apistogramma cacatuoides), Schmetterlingsbuntbarsche (Mikrogeophagus ramirezi), Bolivianische Schmetterlingsbuntbarsche (Mikrogeophagus altispinosus) und Sterbai-Welse (Corydoras sterbai) erworben werden. Vorausgesetz meine Tiere haben genug Nachwuchs gezeugt und ins Leben begleitet. ;o)
Kakadubuntbarsch Schmetterlingsbuntbarsch
Bol. Schmetterlingsbuntbarsch Sterbai
Ich hoffe Anfang 2012 endlich auch L-Welse anbieten zu können. Sowohl L 75, Orangesaum-Guyanaharnischwels (Ancistomus sabaji), der so gut wie nie im Handel zu erhalten ist, als auch der L 134, Tapajos-Zebra (Peckoltia compta) haben bei mir als kleine Zuchtgruppe ein Zuhause. L 46, Zebra-Harnischwels (Hypancistrus zebra) sollen bis Dezember 2011 folgen. L66, Königstiege-Hanrsichwelse (Hypancistrus sp.) habe ich als Jungtiere eingekauft und hoffe Ende 2012, Anfang 2013 auf den ersten Nachwuchs.